revierkarte.de

Alles auf eine Karte

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Der Chefredakteur der PIRSCH informierte sich über unser Leistungsspektrum und besuchte drei Brandenburger Reviere.
Von Sascha Numßen

Peter Braun-Himmerich hat mit seinem Angebot revierkarte.de“ seine Nische gefunden – er bietet einen Revierkarten-Rundum-Service an, der einem einen perfekten Revierüberblick verschafft, Planung von Drückjagden ermöglicht und Jagdfreunden im Revier die Orientierung erheblich vereinfacht.

Seine ersten Gehversuche in Sachen Jagdrevierkarte unternahm der aus Rheinhessen stammende, passionierte Jäger Peter Braun-Himmerich im Freundeskreis. Denn seine engsten Jagdfreunde waren größtenteils Winzer sowie Landwirte. Sie schickten ihn bei Treibjagden nicht nach Wege- oder Pirschpfadnamen, sondern nach überlieferten Gewannebezeichnungen von Weinbergslagen ins Geschehen. Die aber waren in keiner Karte je verzeichnet. Anfangs verstand er oft nur Bahnhof, so machte er sich auf die Suche nach einer Lösung, die die Orientierung und Kommunikation deutlich verbessern sollte. Seine erste Revierkarte entstand und stieß sogleich auf große Resonanz bei umliegenden Jagdrevieren. Eine Geschäftsidee war geboren.

Eine Paketlösung

Daraus hat der 38-Jährige mittlerweile ein ausgereiftes Revierkarten-Paket entwickelt, das für jeden Einsatzzweck die optimale Karte im richtigen Maßstab bereithält – gedruckt auf einer Art LKW-Plane, die absolut wasserfest ist und zur Planung von Bewegungsjagden sogar mit wieder abwaschbaren Stiftfarben bemalt werden kann. „Fragt bei uns ein Kunde an, ist die Recherche nach der Verfügbarkeit der Aufnahmen natürlich kostenlos“, sagt Braun-Himmerich, als ich ihn nach dem üblichen Prozedere frage. Dabei erklärt er, dass die Bundesrepublik im Schnitt im Drei-Jahres-Turnus überflogen wird. Somit ist keine Grundlage älter als drei Jahre, im besten Falle stammt das Luftbild aber aus dem letzten Jahr, und ist somit um viele Jahre aktueller als das, was man bei GoogleEarth & Co. findet. Das hochauflösende aktuelle Luftbild stammt entweder von privaten oder öffentlichen Anbietern. Dessen Rohdaten werden ins Geoinformations-System (kurz: GIS) gezogen. Hybridartig werden im Luftbild dann Reviergrenzen, Waldwege, Wasserläufe, Pirschwegenetz sowie Reviereinrichtungen überlagert und es entsteht ein individuelles Kartenwerk, das einem alle jagdlich relevanten Informationen bietet. Dafür ist natürlich die Mithilfe des Revierinhabers erforderlich, schließlich muss er bei dem „Einzeichnen“ der Reviereinrichtungen helfen – das geht einerseits durch die „Pi-mal-Daumen“-Methode, sehr viel professioneller aber, indem der Kunde mittels GPS die UTM-Koordinaten seiner Reviereinrichtungen
ermittelt und dem Kartenmacher zukommen lässt. Dabei geht es vor allem um jagdliche Einrichtungen wie Jagdhütten, Pirschwege, Leitern, Kanzeln, Salzlecken, Kirrungen, Fütterungen u.Ä., für die Braun-Himmerich eigene Symbole in die Karte einträgt.

Der Preis ist heiss

Ist das Kartenwerk dann so weit fertiggestellt, bekommt der Kunde einen Korrekturabzug auf Papier, in den er noch finale Änderungen eintragen kann, bevor es auf der Spezialfolie aufgebracht wird. Bei einem Beispielrevier von 400 Hektar umfasst das ganze Paket: 1.) eine große Karte 80 x 80 cm (entspricht 4 x 4 km bei 1 : 5000) 2. zwei mittlere Karten (1 : 7500) 3.) fünf kleine Karten 40 x 40 cm (1 : 10 000)
Ein solches Basispaket kostet 889 Euro. Wie lange es dauert vom ersten Anruf bis zur fertigen Karte, will ich neugierig wissen. Braun-Himmerich: „Wenn alle am gleichen Strick ziehen, kann man es in vier Wochen schaffen. Erfahrungsgemäß kommen aber meist zwei bis drei Monate heraus.“ Spätere Aktualisierungen sind ebenfalls kein Problem. Alte Luftbilder werden durch aktuellere ersetzt, gleichzeitig werden die Reviereinrichtungen auf den neuesten Stand gebracht. Hierbei fallen nur die Kosten für Daten, Bearbeitung und Druck der neuen Karte an. Natürlich interessiert mich, wer bisher alles zu seinen Kunden gehört, doch zu seinem Business gehört auch Diskretion. So erfahre ich, dass dazu namhafte Forst- und Jagdverwaltungen, bekannte Manager aus der Industrie, Eigenjagdbesitzer und die vielen im Bundesgebiet verteilten Pächter gemeinschaftlicher Jagdbezirke zählen. Drei seiner Kunden, Schloss und Gut Liebenberg, Jürgen Sartori („Das alternative Revier“ in der PIRSCH 13/ 2011) sowie Krafft Freiherr
von dem Knesebeck besuchten wir vor Ort im schönen Brandenburg (siehe Kästen) und haben dabei erfahren, dass die digitale Technik noch sehr viel mehr erlaubt …

Drückjagdplaner

Eine optionale Leistung zum Preis von 199 Euro ist die professionelle Drückjagdplanung mittels digitaler Revierkarte auf dem PC inklusive einer einstündigen Telefonschulung. So lassen sich am Computer daheim Drückjagden planen, verwalten und auch Karten ausdrucken – letztere zum Beispiel für die einzelnen Schützen, für anstellende Jäger, Treiber oder Hundeführer. Mit diesen Karten findet der Schütze nicht nur zu seinem Stand, sondern sieht auch, wo seine Nachbarschützen stehen. Zudem sind solche Karten äußerst hilfreich bei der Kommunikation von Kontroll- und Nachsuchen. Wann und von wo kam das Wild angewechselt, wo und wie oft wurde es beschossen, wie war die weitere Fluchtrichtung, wie viele Stücke kamen beim Nachbarschützen an? Ebenso können die Jagdgäste in der Karte Verbesserungsvorschläge eintragen. Sollte der Stand ein paar Meter weiter rechts stehen? Gibt es Gefahrenpotenzial bezüglich der Nachbarstände? Der Jagdherr kann anschließend am umgestellten Sitz die UTM-Koordinaten ermitteln und zu Hause eintippen und damit die virtuelle Karte aktualisieren. Der nächste Schritt in ein neues „Jagdbetriebs-Zeitalter“ ist dann allerdings die Revierkarte …

Auf dem Smartphone

Damit beeindruckte Braun-Himmerich auf einer Exkursion anlässlich des Bundesjägertags 2011 in Frankenthal in einem Pfälzer-Wald-Revier mit mehr als 90 Prozent Waldanteil und einem komplexen und somit schwer vor Ort nachzuvollziehenden Genzverlauf, dessen Digitalisierung er übernommen hatte. Denn eine Begehungsscheininhaberin beklagte, dass sie sich auch nach Jahren immer noch lediglich auf eine Handvoll Kanzeln und Leitern im Alleingang traue. Braun-Himmerich erzählte plötzlich, dass die „Schotterkurve“ 300 Meter dem Pirschweg bergauf folgend steht und es 100 Meter vorher links zur „Egal-Leiter“ geht … ungläubiges Staunen. Schließlich lüftete er das Geheimnis und zeigte sein iPhone4, auf dem die Revierkarte abgelegt war und das ihn durch das wildfremde Revier lotste wie ein Navi den Autofahrer durch die Innenstadt Münchens im Berufsverkehr. Durch die Darstellung des eigenen Standorts in der Karte mittels GPS-Technologie ist es schnell möglich, sich jederzeit im Revier zurechtzufinden. Die Kartendaten werden auf dem Speicher abgelegt, sodass im Revier kein Datenempfang nötig ist. Sobald man sich im Kartenbereich befindet, zeigt das integrierte GPS den aktuellen Standort in der Revierkarte an. Waldwege, Reviergrenzen und Ansitzeinrichtungen, alles wird detailliert auf dem Display dargestellt. Eine Investition, die ihre 99 Euro wert ist, vor allem, wenn man viele Jagdgäste empfängt, die die Reviere kaum oder gar nicht kennen.



Perfekte Drückjagdplanung

„Natürlich kennt man als Waldbesitzer seinen Wald, aber den Überblick über rund 60 Drückjagdpositionen zu behalten sowie kurzfristige Veränderungen einzubringen und dies mit seinen Jagdhelfern abzustimmen, stellte immer eine große Herausforderung dar. Mit dem Drückjagdplaner verwalte ich seit dem letzten Jahr die Positionen sämtlicher Drückjagdstände am eigenen Computer und kann eigenständig Ausfahrpläne erstellen und ausdrucken, in denen die Namen der Jagdgäste an der entsprechenden Drückjagdposition vermerkt sind. Jeder besitzt den gleichen Plan – Helfer, Jagdgast und Ausfahrer. Dies wirkt sich nicht zuletzt positiv auf den Jagderfolg aus.“

Krafft Freiherr von dem Knesebeck
Eigenjagdbesitzer in Brandenburg

 

 

 


Ganz neue Perspektiven

„Seit 2007 kommt das Jagdrevierkartensystem auf Gut Liebenberg zum Einsatz. Dass ich seit Kurzem zusätzlich auch die Liegenschaftskarte mit hinterlegtem Luftbild und markierten Besitz- und Pachtflächen mit einem Knopfdruck auf iPhone und iPad abrufen kann, ist bei 1700 ha äußerst hilfreich. Durch die Anzeige meines exakten Standorts in der Karte eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Zerfledderte Papierliegenschaftskarten im Revier gehören bei uns der Vergangenheit an.“

Frank Luck
Leiter des Jagdbetriebes auf Schloss und Gut Liebenberg

  

  


Eine große Hilfe

„Da sich in meinem Eigenjagdbezirk früher eine russische Kaserne befand, war das alte Kartenmaterial ungenau bzw. an vielen Stellen bewusst falsch dargestellt, da sich geheime Raketenbunker im Revier befanden. Zudem haben wir im Laufe der Jahre einige neue Wege geschoben, andere sind zugewachsen. Herr Braun-Himmerich hat in zwei Tagen die Korrekturkarte den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort angepasst. Die große gerahmte Karte hängt nun in der Werkstatt und ist hilfreich, um mit meinen Berufsjägern Revierarbeiten zu koordinieren. In ihr sind sämtliche Reviereinrichtungen, aber auch Wildäsungsflächen eingezeichnet. Die Karte auf dem iPad gibt’s auch. Mein Begehungsscheininhaber ist ein großer Fan davon.“

Jürgen Sartori
Besitzer einer großen Eigenjagd in der Schorfheide